Rumänien 2010
Reisebericht Rumänien im Herbst 2010
Lange Zeit stand nicht fest, ob Tobi und ich in diesem Jahr überhaupt mit dem Motorrad wegfahren.
Tobi ist im Referendariat und war nicht sicher sich frei nehmen zu können. Bei mir im Büro ist es auch alles andere als selbstverständlich gewesen, dass ich zu dem Termin wegfahren kann.
Es hat aber bei uns beiden geklappt, sonst säße ich nicht an diesem Reisebericht.
Die Vorbereitung war lang, schön, ärgerlich, aufwändig, spannend und wochenfüllend. Die Gedanken kreisen in fast jeder freien Minute um Ausrüstung, Route und Maschine.
Einer der schönsten Begleiterscheinungen bei einer solchen Tour.
An meinen BMW galt es eine Anhängerkupplung zu bauen und die Überlegung einen Hänger zu kaufen stand auch im Raum. Die Miete für zwei Wochen hätte etwa 150€ betragen, und da ich den Hänger auch für Bilstain und den Transport der Sportenduro brauche haben wir entschlossen einen zu kaufen.
Unter Zeitdruck natürlich. Ein passendes Angebot haben wir in Werl gefunden.
Es ist ein Humbaur mit 100 km/h Zulassung geworden. Der Preis war fair und obwohl ich den Hänger eigentlich allein kaufen wollte hat unsere Mutter noch die Hälfte gesponsert!
Die üblichen Wartungsarbeiten an den beiden Eintöpfen hatten wir in den Wochen vor der Abreise erledigt.
Tobi hatte an der KLR das Ventilspiel überprüft und als etwas zu weit, aber noch akzeptabel befunden.
Das Öl, das Lebenselexier der KLR ist ja schnell samt Filter getauscht.
Den angezählten Kettensatz wollte er noch fahren, der Reisetank war noch vom Endurotraining installiert und das Stromkabel fürs Garmin, samt der Touratech Halterung war mit Bensch verbaut worden.
Ich war bei Dany und Kristian die mir beim Ventilspielcheck und Ölwechsel an der KTM zur Seite standen.
Das war sehr nett und zum Glück reichte die Ventilspielkontrolle die ja beim LC4 Motor ohnehin schon eine Gynäkologische Fingerübung ist.
Auch der Ölwechsel ist nicht mal eben gemacht!
Die KTM hatte noch neue Gabelsimmeringe bekommen, Neoprenschützer sollen den zukünftigen Wechsel weiter hinauszögern und die neue, höhere, härtere und breitere Reisesitzbank war ebenso montiert.
Die Maschinen waren also bereit für den Trip.
Es stellte sich noch die Frage wie wir das Gepäck unterbringen wollten.
So wenig wie möglich, so viel wie nötig war das Motto.
Wir haben beide die Packtaschen von Ortlieb genommen und den Schlafsack in einem wasserdichten Packsack von Exped verstaut. Tobi hat den KTM Tankrucksack benutzt (plus Camelbak für Wasser auf dem Rücken) und ich hatte dafür meinen etwas größeren Deuter Trinkrucksack dabei. Ich mag das stehendfahren mit Tankrucksack nicht und war froh das so umgehen zu können.
Somit hatten wir absolut pistentaugliches Gepäck welches insgesamt vielleicht 10-12 Kilogramm auf die Waage gebracht hat. Somit stand theoretisch auch der härteren Gangart nichts im Wege.
Noch ein paar Worte was sich in etwa im Gepäck befand.
Eine Seitentasche gefüllt mit Werkzeug aller Art und Montierhebeln, dazu das obligatorische Öl für die KLR und drei Continentalschläuche in 21, 18 und 17 Zoll.
Ein Satz Kleidung mit warmer Unterwäsche, Strassenschuhe, Kulturbeutel, je vier Paar Socken und Boxershorts und bei mir noch das Winterfutter für die Motorradkombi.
Reiseapotheke, Verbandsmaterial, die Nikon Spiegelreflex mit zwei Objektiven und noch eine kleine Casio Kompaktkamera waren auch dabei.
Da wir uns ein Zelt und den Kocher samt Kochtopf etc. sparen konnten war wirklich nur wenig auf den Maschinen zu transportieren. Sehr gut!
11.September
Morgens gegen sechs Uhr klingelte der Wecker.
Die Motorräder hatten wir am Vorabend noch aufgeladen.
Ohne Rampe war das nicht so einfach. Diese hatten wir nämlich als zweite Standschiene umgenutzt und einfach einen Haltebügel drangeschraubt.
Die Mopeds mussten wir also, dämlicherweise mit randvollen Tanks, auf den Hänger "heben". Mit Mutters Hilfe gings es.
Die restliche Ladung war schon Großteils an Bord und wir konnten bald aufbrechen.
Nach 20 Kilometern auf der A45 in Richtung Frankfurt haben wir uns gefragt was wir da überhaupt machen.
Die kleine BMW wand und zuckelte ob der Last an seinem Heck.
Der Hänger zog das Fahrzeug bei jeder Bodenwelle in die Länge und ließ bei seinen Insassen die miesesten Gefühle aufkommen.
Sollten wir besser doch komplett mit dem Motorrad fahren, oder uns einen Leihtransporter mieten?
Das war was wir uns fragten.
Den ersten Rastplatz haben wir angefahren und die wackelnde Ladung zu kontrollieren und Luft zu holen.
Uns war ganz und gar nicht wohl bei der Sache.
Tobi übernahm den Beifahrersitz und ich das Steuer des langsamen Gefährtes.
Über Frankfurt, Würzburg, Nürnberg, Regensburg, Passau, Linz, an Wien vorbei bei Eisenstadt über die Grenze rein nach Ungarn.
Über Vierzehn Stunden hat uns der 316i mit seinen 104PS zuverlässig gezogen.
In Kõvágóörs angekommen, mittlerweile mit Tobi wieder als Chauffeur, sind wir ganz knapp am Ziel vorbeigefahren.
Wir mussten drehen und Arpad würde uns entgegenkommen.
Beim Wendemanöver im Regen und in der Dunkelheit ist uns dann plötzlich die Fahrerscheibe runtergeknallt.
Die Scheibe war leicht unten, damit ich Tobi sagen konnte ob das Drehen klappt und dann muss der Fensterheber kaputtgegangen sein. Es gab ein fieses Geräusch was sich schwer nach gerissener Scheibe anhörte und dann hing diese auf Halbmast.
Arpad und Zsuzsa haben uns jedenfalls sehr freundlich empfangen und der Schnaps zur Begrüßung war Gold wert!
Wir haben noch die Maschinen abgeladen und eine Plane über das Auto gelegt damit es nicht vollregnet und dann in der Stube auf Landkarten gesehen und uns unterhalten.
Bald war der Abend beendet und wir gingen zu Bett.
12.September
Wochenlang war das Wetter in Ungarn wohl schlecht, als wir morgens aus dem kleinen Fenster sahen war es gar nicht mehr so übel aus.
Es versprach ein trockener Tag zu werden.
Zum Frühstück gab es frisches Weissbrot mit Honig und die erste Endurorunde im Hinterland des Balaton.
Durch die vielen nassen Tage waren die Wege völlig aufgeweicht und rutschig wie Schmierseife.
Erstanlich gut konnte man kleine Feldwege fahren und das Garmin hatte noch den kleinsten Fußweg auf dem Radar!
Mich hat es zweimal von der Adventure geworfen. Die T63, zwar erst wenige Kilometer alt, sind keine Schlammreifen und nasse, tiefe Wiese ist nicht gerade mein favorisiertes Terrain.
Klaglos hat die Maschine die Bodenproben weggesteckt, Tobi hat die 600er erstaunlicher Weise nicht zu Boden bekommen. Dabei hab ich Ihn des Öfteren kurz davor gesehen.
Zum Mittagessen waren wir zurück auf dem Hof und der mexikoliebende Arpad hatte echtes Chili auf dem Feuer gemacht.
Pipa, nach den Dorfbewohnern der "hässlichste Hund des Dorfes", war allgegenwärtig und wirklich nicht hässlich wie ich finde.
Das Chili
Tobi und ich haben uns auf Schusters Rappen das Dorf angesehen und die Mopeds etwas von der ersten dicken Schlammschicht befreit.
Hinter dem Haus beginnt sofort ein Naturschutzgebiet, das Steinmeer.
Entspannen konnte man aber auch in der Sonne auf dem Hof sehr gut.
Die Mopeds warten auf den Einsatz
Abends sind wir noch mit Zsuzsa durch den Ort gegangen, Pipa war natürlich mit.
Beim Bier konnte uns Arpad, in Targu Mures (dt.Neumarkt am Mieresch) geboren, noch Tipps für unsere Route geben und uns einiges über Rumänien erzählen.
Von ihm kann man, nicht nur über Rumänien, viel lernen!
13.September
Am nächsten morgen galt es aber die Welt selber zu entdecken.
Wir setzten uns zum Ziel eine kleine Stadt: Lipova
Das sollte eine ordentliche Tagesetappe von etwa 450 Kilometern werden.
Die Grenze wollten wir bei Szeged (dt. Szegedin) passieren. In Zeiten der EU ist sowas ja kein Problem mehr.
Gegen Abend waren wir dann im Zielgebiet und begannen nach einer Unterkunft Ausschau zu halten.
Das wollten wir nicht allzu spät und vor allem nicht im Dunklen machen.
Bei einer kleinen Stichstraße nach Cladova versuchten wir unser Glück.
Hier gab es allerdings nicht außer Kühen auf der Straße, eine Pension gab es nur an der großen Straße in Lipova.
Das Motel war recht neu, das Personal freundlich, das Zimmer groß, die Mopeds standen von zwei soliden Hunden bewacht auf dem Hof und der Preis war mit etwa 30€ für uns beide fair.
Leider hatte ich mit einer Erkältung zu kämpfen und war kaum zu bewegen am Abend noch vor die Tür zu gehen.
Wir haben uns den Ort doch noch angesehen. Eine verfallende Kirche, leider so dunkel das sie nicht auf dem Chip festzuhalten war, war das Highlight.
14.September
Das Frühstück war inklusive und so haben wir uns nen Tee und n Brot reingezwängt bevor es galt die Mopeds zu beladen und das Land kennenzulernen.
Der Nebel lag noch über allem als wir losfuhren.
Wir schlugen uns abseits der großen Straßen in die Berge.
Es ging über wunderschöne Bergwiesen und durch Wälder.
Kleine Bachdurchfahrt zum Frühstück gefällig?
Auf einer der nassen Wiese bin ich vorgefahren und hab kurz darauf angehalten um auf Tobi zu warten.
Auf Rufe und Hupen kam keine Reaktion, also bin ich umgekehrt um nachzusehen was passiert ist.
Mit völlig schiefem Lenker kam mir Tobi entgegen, er hatte sich ordentlich auf den Bart gelegt.
Wir mussten die Gabelklemmung lösen und den Lenker wieder garaderücken.
Außerdem hat Tobi ne blaue Hüfte vom Bodenkontakt.
Ein Schäfer muss uns gehört haben und kam vorbei um zu sehen was passiert war.
Etwas vorsichtiger fahrend haben wir gegen Mittag einen Stausee gefunden an dem sich auch viele Rumänen mit Angeln die Zeit vertrieben.
Ein guter Platz an der Sonne und eine Wurst mit Brot war unser Mittagessen.
Von unten gesehen.
Ein Video von Tobi auf seiner eigentlich treuen KLR600
Ein Panorama
Weiter über schöne Bergrücken und schöne Straßen zur nächten Pause in der Natur.
Auf einer verlassenen Bergwiese ein Sonnenbad nehmen.
Aber plötzlich wird die Ruhe durch einen Traktor gestört.
Kurz grüßen und weiterchillen
Da kommt doch schon wieder was!
Kurz grüßen und weiterchillen
Aus dem nichts rumpelt ein Laster in Panorama.
Kurz grüßen und weiterfahren!
Und was uns hinter den nächsten Bergen erwartete hab ich mir nicht mal träumen lassen.
Ein Fluss, klar und wie sich noch rausstellt kalt. Niemand der sich stören würde wenn man durchfährt!
Tobi setzt an
gerät ordentlich ins stocken und muss sich die Füße nassmachen
kommt aber mir Gas dem Ufer näher
und schafft es rüber
Das hab ich dann mit fast ganz trockenen Füssen nachgemacht.
Da wir aber auf der anderen Seite nicht weiterkamen mussten wir den Fluss ein weiteres Mal queren.
Mit Schwung im zweiten Gang hab ich es provoziert, Übermut tut selten gut.
Ein größerer Stein vor dem Vorderrad und der ohnehin schon rutschige Untergrund zieht einen magisch an.
Patsch, da lag ich mitten im Fluss.
Ich hab nur den Motor heulen hören und bin zum Notausschalter gesprungen.
Hauptsache der Motor zieht kein Wasser!
Die Maschine ließ sich aber gut wieder starten, nur leider bin ich beim aufsteigen so dämlich ausgerutscht das ich die Adventure ein zweites Mal mit laufendem Motor versenkt habe.
Der nächste Startversuch war nicht erfolgreich...
Tobi und ich haben die Dicke dann zusammen ans Ufer geschoben und dort unser Glück versucht.
Wirklich tief war das Wasser nicht, aber ich hatte trotzdem zitternde Finger als ich Sprit aus dem Vergaser abgelassen habe.
Der Motor hat nach etlichen, mir ewig vorkommenden Minuten, dann wieder gestartet.
Es war wohl nur die Spritzufuhr unterbrochen und es konnte, etwas nasser weitergehen.
Gegen Abend haben wir uns ein Motel gesucht.
Es war nicht wirklich schön aber okay.
Irgenwie passte es ganz gut zur Stadt - Brad
Ausserdem tropfte bei Tobis KLR immer mehr Kühlwasser raus. Tobi Vermutung es käme aus dem Überlauf der Wasserpumpe war richtig. Leider konnten wir nichts machen, es gibt in Rumänien keinen Kawasakihändler bei dem wir die mechanische Dichtung hätten kaufen können.
Wir mussten also den Flüssigkeitsstand im Auge behalten und hoffen das es gut geht.
Beim abendlichen Rundgang durch die Stadt haben wir auf dem Platz der Stadt gesessen. Ein mit LEDs beleuchteter Springbrunnen und Laternen mit Lautsprechern und unterschiedlicher Musik aus jeder sorgten für Erheiterung und etwas Spott ob des Kitsches.
Unser Motel für diese Nacht
15.September
Ziel des Tages war den Transalpina zu fahren.
Früher eine reine Schotterpiste, heute aber leider schon teilweise geteert hat der Pass einen guten Ruf unter Endurofreunden.
In weiten Kurven windet sich die Strasse in die Höhe, nur unterbrochen von einer riesiegen Staumauer auf der wir unsere Mittagspause abgehalten haben.
Am zweiten, höhergelegenen Stausee, angekommen trafen wir auf eine Gruppe von Deutschrumänen mit denen wir ins Gespräch über die Wege und das land kamen.
Dabei ist auch dieses Foto entstanden.
Leider haben die Leute uns den falschen Weg beschrieben und wir sind etwas orientierungslos über die verlassenen Pisten gedübelt.
Irgenwann haben wir dann einen Geländewagenfahrer gefragt und sind dann umgedreht und haben einen anderen Pass gewählt.
Recht enge Serpentienen und sandige Abschnitte sorgten für Fahrspaß und landschaftlich war es ohnehin toll.
Aber auch diese Piste wird wohl für den Asphalt vorbereitet.
Wir fuhren in Richtung Sibiu (dt. Herrmannstadt) und Tobis KLR tropfte munter vor sich hin.
Circa ein Liter auf 100 Kilometer.
Der übliche Stadtverkehr empfing uns und hatte auch zwischenmenschlich Auswirkungen.
Tobi und ich haben uns ganz ordentlich die Meinung zugebrüllt.
Wie es der Zufall aber so wollte, hielten wir ganz in der Nähe der Innenstadt vor einer Pension!
Der Besitzter konnte deutsch, hatte einst in Friedrichshafen gearbeitet, bat uns herein und zeigte uns ein gutes Zimmer zu fairem Preis.
Die Mopeds konnten wir im geräumigen Hof des alten Hauses unterstellen und die Laune war wieder bestens.
Enge Straßen und bunte Häuser gab es auf dem Weg in die Innenstadt zu sehen.
Der Marktplatz bot ebenfalls tolle Architektur!
Das Panorama vom Platz
Das Springbrunnen-Faible kannten wir ja schon aus Brad!
Wir waren dann ganz gut essen und sind dann durch die nächtlichen Straßen geschlendert.
16.September
Da der Vortag sehr erlebnisreich, lang und etwas feucht geworden war, haben wir recht lange gepennt.
Wenn man in den Schoß der Zivilisation/ Stadt zurückfällt wird man etwas träge, habe ich das Gefühl.
Etwas Mopedpflege (Schraubenkontrolle, Kette schmieren etc.) stand auf dem Programm, viel konnten wir aber nicht machen.
Also wieder ab in die City!
Bei Entstehung dieses Fotos ist Tobi wutschnaubend rausgelaufen.
Ich hatte die Nikon auf einer Kirchenbank platziert, um etwas länger belichten zu können und dazu den Zeitauslöser eingestellt, damit das Bild beim Auslösen nicht verwackelt.
Allerdings gibt die Kamera dann ein akustisches Signal von sich wie lange es noch dauert bis zur Aufnahme- nicht gerade dezent.
Muss ich mal ausstellen, nicht, dass Tobi noch häufiger sauer wird, wenn ich Fotos mache!
Nochmal Hand anlegen...
Und nochmal in die Stadt einen Turm besteigen
Ein tolles Uhrwerk gab es auch zu bestaunen
Vor den Toren der Stadt ist der Charme der europäischen Kulturhauptstadt von 2007 von einem- sagen wir anderen Typ.
Und das ist auch nicht Tobis schönste Seite
17.September
Der Tag sollte auch kein schlechter werden!
Schließlich wollten wir den Transfagarasan Pass fahren.
Die Bilder sind beim Fahren entstanden.
Ich hatte die Kamera einfach vor der Brus und konnte also nicht durch den Sucher sehen - was die komischen Perspektiven erklären sollte.
Was Ceausescus Truppen schneller über das Gebirge bringen sollte, ist heute eine der schönsten Strassen überhaupt.
Der Meinung sind übrigens auch Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May von Top Gear.
Die Gipfelfotos
Bei der Höhe hat Tobis alte KLR schon ab und an mal heftig fehlgezündet. Aber die Motoren liefen auch bei 2000 Meter über Null problemlos ohne eine andere Vergasereinstellung.
Eine Serie von Tobi bei der Abfahrt
Auch ich hab meinen Stollenreifen schön warmgefahren.
Einen Mopedreiseneden haben wir auch noch getroffenen.
Es ist eine schöne Sitte, wenn man sich als Motorradfahrer im Ausland begegnet, kurz anzuhalten.
Wir haben uns kurz über Route, Moped und Herkunft etc. unterhalten und gemeinsam einen Blick auf die Karte geworfen. Für den BMW Treiber aus Nürnberg ging es in Richtung Cluj weiter.
Wir waren nicht so richtig sicher, wo es für uns hingehen sollte.
Der Wasserschaden an der KLR hinderte an unbeschwertem Reisen.
Um einen See sind wir noch ordentlich auf Schotter unterwegs gewesen und haben eine ruhige Pause am Wasser verbracht.
Dann ging es auf die Suche nach einer Herberge für die Nacht.
Ein Holzhotel in den Bergen sollte es werden.
Kaltes Bergenbier zur Ankunft
Und dann galt es das Hinterland zu erforschen.
Zu Fuß rätselten wir, ob wir auch mit der Enduro hochkommen würden und fanden dann auch noch Hinweise auf eine ehemalige Strecke in Form von KTM Flatterband.
Beim Abstieg war die Entscheidung gefallen...
Das versuchen wir!
Ohne Gepäck galt es den Berg zu bezwingen.
Erst wollten wir aber den Wirt fragen, dieser hatte nichts dagegen und versammelte sich mit der gesamten Belegschaft am "Start".
Mit offenem Gas ging es schnell in die Höhe!
Der Weg war machbar nur oben hat Tobi seine Maschine mal hingeworfen.
Leider gibt es keine vernünftigen Bilder.
Zurück im Zimmer galt es kurz zu duschen und dann wollten wir im "Restaurant" etwas essen.
Der Chef des Hauses war Angler und zum Glück ein besserer als ich es bin.
Er hatte nämlich Forellen im nahen Fluss gefangen!
Die bekamen wir gegrillt mit Petersilienkartoffeln zum Abendbrot - super lecker!
18.September
Nach abendlicher Grobplanung wollten wir den Transalpina wieder in die entgegengesetzte Richtung fahren und uns dann nach Lipova orientieren.
Die KLR verlor natürlich weiterhin Wasser. Noch reichte es auf 100 Kilometer einen Liter Wasser nachzutanken, aber ob der Dampflok damit genüge getan war?
Besser würde es sicher nicht werden!
Die erste Pause des Tages
Die spätere Mittagspause mit unserer täglichen Wegzehrung war jedenfalls durch ein Feuerchen bereichert!
Das machen scheinbar alle Rumänen so (am Wegesrand sind jedenfalls überall Feuerstellen) und die Wurst die wir dabei hatten war dadurch auch wesentlich schmackhafter.
Wir wurden noch durch Bauarbeiten aufgehalten
Ein paar richtig zerschossene Pisten später am Tag näherten wir uns Lipova.
Ich hatte Einheimische nach dem Weg gefragt und die sagten schon, dass der Weg schlecht sei -sie sollten Recht behalten!
Aber dafür fahren wir ja Enduro!
Am ersten oder zweiten Tag hatten wir in den Bergen einige Schilder "Arad Rally" gesehen und waren denen kurz gefolgt.
Wie es der Zufall so wollte waren wir am Renntag der Rally ganz in der Nähe.
Das Spektakel ließen wir uns nicht entgehen.
Alle warteten auf die Rennwagen und am Wegesrand gab es Bier und gegrilltes.
Wir mussten recht lange warten, konnten uns aber ganz gut mit den Streckenposten, bzw. Zeitnehmern unterhalten, was die Zeit verkürzte.
Als wir noch rätselten wie schnell die Wagen auf den schmalen Pisten wohl wären, hörte man den ersten im entfernten Wald herandonnern.
Angeblich fuhren die Kisten 115 - 120 km/h
und sie wirbelten jede Menge Staub auf.
Es hat sich echt gelohnt das anzusehen!
Das Motel, das wir ja schon kannten, war nicht mehr weit entfernt.
Wir bekamen ein Zimmer und eine der lautesten Nächte!
Es wurde die Geburt eines Kindes gefeiert und das bis in den frühen Morgen.
19. September
Passend zur Abschiedsstimmung war auch das Wetter.
Nachts hatte uns ein heftiger Schauerregen aus dem Schlaf gerissen, so laut trommelten die Tropfen auf das Dachfenster.
An diesem Tag mussten wir wohl für das gute Wetter der letzen Woche zahlen.
Fast die gesamte Rückfahrt nach Kõvágóörs zu Arpad und Zsuzsa schüttete es bei 10° Celsius.
Und das waren immerhin über 450km
Insgesamt sind wir 2049.05 Kilometer gefahren.
Die Mopeds hatten sich die Ruhe verdient!
Die KLR hatte nur noch Kaffee im Motor, eigentlich schon am Deckel zu erkennen...
Wir haben noch einen sehr schönen letzten Abend mit Arpad und Zsuzsa verbracht und dann unsere Betten genossen.
19. September
Das Wetter war wieder besser.
Aber es hieß Mopeds aufladen und ab auf die Strasse in Richtung Dortmund
Noch verabschieden und Danke sagen für die herzliche, angenehme und schöne Bleibe.
Danke Zsuzsa, danke Arpad!
Was uns so langsam machte und uns wackeln ließ war jederzeit im Rückspiegel präsent!
Mit einem 1250kg schweren und 104 PS starken (was ich den BMW Ingenieuren übrigens nicht glaube) 1.6 Liter Motor ca. 500 Kg über 1150 Kilometer ziehen ist machbar, aber auch kein Freudenfest!
Nach 14 Stunden hatten wir es aber ohne Panne hinter uns.
20. September
Auspacken und Schaden feststellen
Die Wasserpumpendichtung war wie erwartet hinüber und die Tachowelle war am letzten Reisetag gebrochen.
Der Kettensatz ist richtig am Ende!
Rumänien ist eine Reise wert!
Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, die Strecken waren gut und dafür, dass wir wieder ohne Plan losgefahren sind haben wir auch viel gesehen.
Beim nächsten mal wäre es gut nicht ständig ans Mopped denken zu müssen und dabei zu hoffen, dass es drchhält. Ansonsten war die Wahl der Gefährte wieder richtig, das Gepäck war ausreichend Zelt und Co haben wir nicht vermisst.







