Overblog Alle Blogs Top-Blogs Reisen & Veranstaltungen
Edit page Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Fortbewegungsfreunde Vier Dortmunder auf Touren

KTM EXC 200 2004

Fortbewegungsfreunde
Anfahrt und Kauf
Anfahrt und KaufAnfahrt und Kauf
Anfahrt und KaufAnfahrt und Kauf

Anfahrt und Kauf

KTM EXC 200 2004

 

An einem warmen Sommerabend sind Tobi und ich im schönsten Feierabendverkehr losgefahren, haben Wuppertal, Düsseldorf und Neuss gekreuzt um eine 200er KTM in der Nähe von Jüchen zu besichtigen.

Zur Zeit findet man das größte Angebot bei ebayKleinanzeigen und nicht mehr bei mobile.de oder der „alten“ Auktionsplattform. Seit einiger Zeit hatten wir die Angebote beobachtet und dieses schien uns irgendwie ganz passend.

 

Aber wie kam es überhaupt zu der Idee so ein olles Bike zu kaufen? Dinge von damals sind im Rückblick garnicht so geil, oder hört noch irgendjemand gern den Burger Dance von DJ Ötzi, oder den Steuersong von der GerdShow? Die EXC Modelle aus den Baujahren sind aber in meinen Augen kein OneHit Wonder sondern echt zeitlos. Vom Design gefallen sie mir und von der Fahrbarkeit ebenso, größter Vorteil: Die Dinger sind richtig schmal und agil!

Tobi und ich wollten gern mal ein Moped nach unseren Vorstellungen bauen. Grob umrissen sollte es leicht, unkompliziert und nicht allzu teuer sein. Eine wirkliche Notwendigkeit solch ein Bike anzuschaffen besteht ehrlich gesagt nicht. Das Moped soll als Ersatz dienen, wenn die eigentlich bewegte Sportenduro mal nicht einsatzbereit ist, weil z.B. eine Motorrevision ansteht. Völliger Luxus, Tobi hat schließlich noch eine aktuelle 350er SXF und ich meine geliebte Yamaha WR 250 in der Garage.

Zum Glück sind die Zeiten wo der Name „lowbudget“ Programm war vorbei. Trotzdem werden wir das Budget im Auge behalten und hier auch die Kosten eintragen.

Den 200er Motor haben wir uns ausgesucht weil er genug Leistung hat, aber auch noch genug Drehmoment zur Verfügung stellt. Eine 125er wäre auch witzig, aber das ist oft eine fahrende Ausrede und dauernd hat man Angst das Ding zu zerstören. Ganz vergessen – Zweitakt war von Anfang an so klar, dass wir nichtmal über vier Takte gesprochen haben. Nun, bei den älteren Baujahren ist eigentlich auch nur KTM für uns interessant gewesen. Es gibt zwar auch coole andere Bikes aus der Zeit die ebenfalls günstig sind, aber die Ersatzteilversorgung ist dann schlechter und der Gebrauchtmarkt deutlich kleiner.

 

Genug des Vorgeplänkels hier und zurück zu dem Sommerabend des Kaufes!

Die Karre in Jüchen stand so richtig gut nicht da. Ein Junger Bursche war der Verkäufer und vorsichtig ausgedrückt hatte er nicht den großen Plan. Die 200er war mega fett abgestimmt und siffte aus allen Löchern. Die Plastiks waren nicht mehr die Besten, die Auspuffbirne krumm und leicht verbeult, die Schrauben sind zum Teil aus dem Baumarktregal gewesen und der Gesamteindruck eröffnete definitiv einigen Spielraum bei der Preisverhandlung. Die Behauptung der Motor sei vor ca. 1200 Kilometern vom Vorbesitzer gemacht worden ließ sich nachvollziehen. Zylinder und Kolben sahen tatsächlich gut aus – dank 1:40 Gemisch und vermutlich wenig Gas. Auch sieht optisch man, dass der Zylinder recht neu ist – im Vergleich zum Rest des Motors ist er sauberer.

Positiv ist der fachgerecht gepulverte Rahmen (schwarz anstatt dieses bronzefarbenen Originalfarbtons) der zudem noch nicht einmal Dellen in den Unterzügen vorweist. Klares Indiz für eine nicht allzu heftige Beanspruchung im Endurobereich.

Nur sind wir beiden uns einig: 2300€ geben wir dem Jüngling nicht für das Gestell! Eher fahren wir wieder heim und holen uns drei örtliche Kölsch an der Dönerbude als hier schon mehr als geplant zu bezahlen. Auf halb ernst gemeinte: „Für 1000€ entsorgen wir das Ding“ folgte ansatzweise seriös „1500€ und du hast damit keinen Ärger mehr“. Die Fronten waren etwas verhärtet und letztlich landeten wir bei 1700€ wenn mich die Erinnerung an das Geschacher auf dem Garagenhof nicht trügt.

Ob der Preis jetzt gut für den Verkäufer, oder für uns war ist letztlich egal. Auf dem Markt war nix anderes in annehmbaren Zustand im Umkreis von 400 Kilometern zu bekommen. Wir freuen uns die 200er gekauft zu haben und fahren anschließend zum Bier holen – Reissdorf Kölsch oder so.

 

Wäsche und Demontage
Wäsche und DemontageWäsche und Demontage

Wäsche und Demontage

Erster Schritt ist wie üblich: Eine gründliche Wäsche samt Teildemontage bei mir im Garten. Viele Überraschungen finden wir nicht mehr, einigermaßen sorgfältig hatten wir die Österreicherin ja bereits beim Verkäufer auf dem Hof durchgesehen.

Wir bugsieren die um ein paar Teile reduzierte 200er die Kellertreppe hinunter, stellen sie auf den Hubständer im Heizungsraum und beenden den Einsatz auch schon wieder. Das ist das schöne an diesem Projekt: Wir haben keine Eile und müssen nicht auf Teufel komm raus zum nächsten Wochenende oder so fertig machen. Eine Liste mit Teilen zum Wiederaufbau und Modifikation haben wir schon angefangen und beginnen uns umzuschauen was wir wo und zu welchem Kurs bekommen.

 

Ein großes Glück ist unser friesischer Kumpel Meik. Er ist nicht nur ein spitzen Kerl und Mechaniker, er hat auch gute Einkaufsmöglichkeiten für Teile und nicht zuletzt einen großen Vorrat an 200er Teilen diverser Baujahre. So bekommen wir einige der Teile direkt über ihn und können unser Budget schonen.

 

Wochen später haben wir den groben Plan zusammen und beginnen mit dem Umbau der gesamten Front. Zuerst bauen wir die Räder aus, demontieren die alte Gußgabelbrücke, Lenker, Armaturen, Bremse und Co.. Frisch gefettet übernimmt eine brandneue gefräste, schwarze Gabelbrücke einer 18er Husky FC den Platz im Steuerkopf. Die Brücke passt, dank des Baukastenprinzips und der geringen Änderungen mancher Teile bei KTM, einfach so in das 14 Jahre ältere Modell. Klemmung, Optik und Lenkeraufnahme sind somit schonmal up to date. Eine modifizierte Xplor Gabel soll für bessere Fahreigenschaften sorgen und die Optik wird von einem Carbon Bremsscheibenschutz gekrönt. Frontmaske und Kotflügel bauen wir von meiner 17er KTM an. Der Lenker ist von Neken samt dickem Polster und die offenen Handschützer haben wir auch passend dran bekommen. Um der Front den Rest zu geben haben wir noch einen frischen Radsatz der 18er Modelle verbaut. Inkl. Metzeler Sixdays Bereifung ist der fast ungefahrene Satz bei Kleinanzeigen inseriert gewesen, weil der Vorbesitzter auf Supermoto umgebaut hat. Sehr zufrieden beenden wir den Tag und überlegen weiter was wir tun wollen.

 

Zwischendurch besorgen wir Tankspoiler für wenig Geld zusammen mit einem Öhlins Federbein. Das Federbein geht direkt zum Service und Abstimmung zu Andreas Herresthal www.zah-racing.de . Die unansehnliche Sitzbank wird mit einem Blackbird Pyramide Bezug neu und griffig bezogen. Von Meik bekommen wir eine Auspuffanlage der letzten 200er Baujahre die bedeutend besser zum Bike passt. Teile die übrig sind wechseln den Besitzer, wir haben nicht vor alles einzulagern und verkaufen daher direkt die Auspuffanlage, den alten Radsatz und andere Teile.

Sitzbank und SpoilerSitzbank und Spoiler
Sitzbank und SpoilerSitzbank und Spoiler
Sitzbank und SpoilerSitzbank und SpoilerSitzbank und Spoiler

Sitzbank und Spoiler

Da uns die Schwinge unseres Modells optisch nicht gefällt, kaufen wir eine aus den EXC Modellen ab 2007 und geben diese unserem Kumpel Schotti zum Pulverbeschichten mit. Das mag zwar nicht ewig halten, aber wir haben nicht vor, die 200er nur durch Bilstainer Terrain zu bewegen. Kratzer sind ok, hardcore Einsatz können die modernen Sportenduros bekommen aber nicht der Youngtimer. Als wir die Schwinge zurück haben erneuern wir das PDS Lager und die Schwingenlager. Sowas nimmt auch immer Zeit in Anspruch, macht aber deutlich weniger Stress wenn man es quasi freiwillig und prophylaktisch macht.

 

Federbein und Schwinge bauen wir an einem Herbstabend ein. Was danach folgt ist nicht so toll. Scheinbar steht die KTM nun deutlich höher, so zumindest der Eindruck da der Seitenständer zu kurz scheint. Momentan haben wir keine konkrete Idee wieso das so ist. Die Schwinge ist eigentlich nicht länger und das Federbein ebenfalls 405mm lang wie das Originalteil. Ärgerlich wird es als wir die Flüssigkeiten ablassen. Vorne ist die Entlüftungsschraube nicht metrisch, aber wir bekommen die gelöst ohne sie rund zu machen. Lösen lässt sich auch die Ablassschraube, beim einsetzen dreht sie aber unendlich. Leider haben wir kein Wundergewinde gefunden, sondern der Magnesiumdeckel ist ausgerissen...Dann müssen wir wohl den Motor teilweise doch auseinander nehmen und ein Helicoil einsetzen. Hätte nicht sein müssen!

 

So ist der Stand heute. Ein paar Dinge müssen wir noch verbauen und reparieren. So lässt sich z.B. der Luftfilterkastendeckel nicht anständig befestigen. Es bleibt also noch viel zu tun. Ob wir Weihnachten fertig sind bezweifle ich, aber wenn nicht ist das ja kein Problem!

Schwinge und Co
Schwinge und Co
Schwinge und Co
Schwinge und Co
Schwinge und Co
Schwinge und Co
Schwinge und Co
Schwinge und Co
Schwinge und Co
Schwinge und Co
Schwinge und Co
Schwinge und Co
Schwinge und Co
Schwinge und Co

Schwinge und Co

KOSTEN

wird noch ergänzt

Anschaffung 1700€

Gabelbrücke 105€

Bremsscheibenschutz Carbon 50€

Federbein 170€

Tankspoiler

Rahmenschutz

Heckkotflügel

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren: