Paddeltour auf der Werra 2013
Juli 2013
Statt wie eigentlich geplant nach Schweden zu fahren mussten wir mit einer kürzeren und näher gelegenen Tour vorlieb nehmen.
Auf die Werra fiel die Wahl zufällig. Jonas und ich hatten das Gebiet auf dem Weg zu einem Enduro Rennen durchquert, viele Bootsverleiher und ganz schöne Natur gesehen.
Tag 1
Am Donnerstag den 11. Juli ging es früh Morgens los. Bis nach Meiningen waren es gut 300km Fahrt - für unsere Verhältnisse also wirklich ein Kurztrip.
Abfahrt:
Geparkt haben wir an einem Sportplatz in Schwallungen. Von dort hat uns der Verleiher abgeholt und die Wiese sollte auch unser erster Schlafplatz sein. Praktischerweise durften wir für kleines Geld die Umkleiden/Duschen des FC Schwallungen nutzen.
Am Platz hing eine Karte der Werra:
Ganz schön war es auch und das Wetter tat sein Übriges dazu:
In Meiningen ging es nach kurzer Fahrt ins Wasser:
Auf dem Bild sieht nicht so aus, als würden wir später gut zusammen paddeln können - jeder zieht in seine Richtung.
Ziemlich direkt nach dem Einstieg ging es vorbei an schönen alten Gebäuden hinaus aus der Stadt. Danach wurde es leerer.
Irgendwo hing dort auch ein Wasserstandsanzeiger, sowie ein Wasserthermometer. Ich meine das Wasser hatte um die 13°C...
Dafür blieb das Bier kalt!
Der Fluss ist angenehm zu paddeln, die Strömung ist recht stark, so dass man eigtl nur etwas den Kurs halten muss um vorwärts zu kommen. Ab und zu hängen Äste oder umgestürzte Bäume über der Fahrrinne und bringen etwas Abwechslung.
Vom Hochwasser, das ein paar Wochen zuvor auch auf der Werra herrschte sah man noch die Auswirkungen. Fast das ganze Ufer war gesäumt von mitgerissenem Müll. So natürlich der Flussverlauf und die Ufer großteils scheinen, so ungewohnt war für uns verwöhnte Schwedenpaddler der ganze Zivilisationsmüll.
Zur Abwechslung haben wir ein paar Steine ins Wasser geschmissen:
Danach gab es ne kleine Verschnaufpause von bergab paddeln ;-)
Wir hatten es nicht mehr weit zur Ausstiegsstelle - die zurückgelegte Strecke dürfte so ca. 20-25km betragen haben. Bei der Strömung kostet es eigentlich fast keine Kraft und ist für jedermann gut zu bewältigen.
Angekommen an der Wiese haben wir zunächst das Zelt augeschlagen und eingerichtet um uns dann in die 100m entfernten "Stromschnellen" zu werfen.
Vor den "Stromschnellen" hatte uns der Verleiher gewarnt - es war nichts Wildes, aber wenn man pennt kann man evtl. darin kentern. Wir sind erst mit den Booten runter gefahren und dann nochmal in Badehose runtergerutscht. Das anstrengendste war, die Boote gegen den Strom wieder hochzuziehen. Hochpaddeln war nicht möglich.
Nach den Wasserspielen ging es zurück zum Zelt und an den Grill bzw. das Feuer - Abendessen war angesagt!
Das war dann auch schon der erste Tag!
Tag 2
Nach einer guten Mütze Schlaf haben wir bei ziemlich frischen Temparaturen gefühstückt, gepackt und uns dann wieder aufs Wasser begeben. So richtig wussten wir nicht, wo uns der Tag hintreiben würde. Der Verleiher hatte von einer Hundewiese in Bad Salzungen erzählt auf der man übernachten könnte.
Ein paar Flusskilometer abwärts befand sich eine erste Staustufe die umtragen werden wollte:
Danach ging es durch recht flaches Wasser, so dass wir etwas neben den Booten laufen mussten. Auf dem Foto sieht man gut, wieviel Holz das Hochwasser mitgeführt hat und wie hoch es stand.
Einige Meter weiter konnten wir kurz wieder einsteigen:
Dann nochmal schieben und ziehen:
Da es inzwischen ziemlich heiß geworden war haben und wir an einem Badesee mit Steg vorbeikamen sind wir kurz mal ins Wasser gesprungen...
Leider kam der Betreiber ziemlich schnell angerannt und wollte uns vom Gelände haben. Zum einen hatten wir keinen EIntritt gezahlt und zum anderen war der See wohl noch nicht wegen des Hochwassers und evtl. Schadstoffbelastung freigegeben worden. Da wir das Bad schon genommen hatten sind wir nach kurzem Sonnenbaden auch weitergezogen.
Wenn ich mich recht erinnere war auf dem Wasser erstmal gammeln angesagt.
Bei der Weiterfahrt war mal wieder ein Baum im Weg:
Als nächstes war eine größere Wehranlage im Weg. Diese haben wir uns etwas ausgiebiger beguckt...
Man konnte tatsächlich recht problemlos rübergehen, das Wasser war aber schweinekalt an den Beinen!
Nach ein paar Kilometern kamen wir dann wie befürchtet an der Hundewise vorbei. Schlafplätze, vor allem "wilde" sind absolute Mangelware an der Werra. Auch wussten wir nicht so wirklich, wie das in der Region gehandled wird und so sind wir nach etwas Diskussion an der Wiese geblieben.
Zum Abendessen gab es saumäßig verwässerte Nudeln - Jonas war der Meinung das Wasser in der Sauce würde schon verkochen. Nix da...
Dreas und Jonas haben aus dem Ort noch ein paar Bier geholt...
Da es empflindlich kalt wurde sind wir irgendwann ins Zelt gewechselt.
Am nächsten Tag gab es wie gewohnt ein schnelles Frühstück, noch ein paar Flusskilometer und dann war der Kurztrip auch leider schon vorbei.
Die Werra ist eigentlich ganz schön, jedoch recht stark besiedelt. Schön waren die kleineren Stromschnellen und Hindernisse, die das Paddeln abwechslungsreicher gemacht haben. Eine Flucht aus der Zivilisation ist der Trip leider nicht gewesen - dafür müssen wir wohl im nächsten Jahr nochmal weiter wegfahren...