Paddeln auf dem Sommen - detailiert
Der Urlaub liegt schon einige Monate zurück, einen detaillierten Reisebericht haben wir aber bisher nicht geschrieben.
Dreas hatte erste Bilder und ein wenig Kommentar zum Paddeln veröffentlicht
Paddeln auf dem Sommen - erste Bilder
und Tobi hat den Bericht Rund um die Ostsee geschrieben
Der Bericht - Rund um die Ostsee
nun ist es an mir hier den Paddelurlaub zu beschreiben.
Am Samstag den 5. September 2009 haben wir uns auf dem schönen Campingplatz in Tranas getroffen.
Camping Torpöns
57394 Tranas
Mit dem Besitzer Peter Sterne hatte ich schon zu Anfang des Jahres Emailkontakt aufgenommen um die Canadier zu mieten und eine Hütte für unseren letzen Tag zu reservieren.
Ein sehr netter Typ!
Dreas und Bensch sind mit dem Auto angereist, Tobi und ich sind mit dem Motorrad schon einen Tag vorher aufgebrochen.
Wir hatten also einige schöne Tage auf dem Wasser des Sees "Sommen" vor uns!
Die erste Nacht haben wir unser Zelt auf dem offiziellen Campingplatz aufgeschlagen.
Die Nacht war gut, leider hab ich meinen Motorradkoffer aufgelassen und es hatte nachts ein wenig geregnet...

Am Sonntag den 6. September haben wir morgens bei strömendem Regen die Boote beladen.
Gute Laune und Vorfreude konnte das nicht verhageln!

Nachdem wir nass geworden waren haben wir eine kurze Pause in der Sonne gemacht um ein wenig zu trocknen.


Rauf aufs Wasser, den Tag und den vor uns liegenden Urlaub genießen!
Diesen Ausblick hatte ich dann noch einige Tage.
Das Wetter war unser Freund und wie vom Bootsverleiher vorhergesagt klarte der Himmel zügig auf.

Dreas und ich wollten in diesem Jahr das Urlaubsessen bereichern - mit frischem Fisch!
Wir hatten uns zwei Angeln besorgt und ein paar Wobbler und Blinker gekauft.
Eine Matchangel, die es beim Aldi gab und eine Rute aus dem Hörder Angelshop waren unser Werkzeug.

Alle in einem Boot!

Gegen Abend steuerten wir ein paar Inseln in mitten des Sommen an, um nach einem Platz für die Nacht zu suchen.
Mit den Jahren sind wir, im Beurteilen eines Schlafplatzes, ziemlich routiniert geworden.
Nach kurzer Inspektion haben wir uns entschieden zu bleiben.
Die Insel hatte schnell den Spitznamen "Der Schwamm".
Das Moos, welches den Großteil des Bodens bedeckte, hatte in den regnerischen Tagen zuvor viel Wasser aufgenommen und es war unmöglich sich trockenen Arsches irgendwo hinzusetzten bzw. mit einem solchen wieder aufzustehen.
Nur mit Heringen war es nicht möglich das Zelt zu sichern, dank der vielen Steine an denen man die Abspannleinen befestigen konnte stand es aber ganz passabel. Wind hatten wir nicht, daher war eine ruhige Nacht gesichert.
Neben vier Dortmundern haben dort maximal drei schwedische Vögel übernachtet!
Der Mond hat abends unser Feuer beschienen. Super Start soweit!

Montag 7. September
An diesem zweiten Tag auf dem Wasser haben wir um die 15 Kilometer zurückgelegt.
Morgens war es grau, aber schon die Mittagspause samt Angelversuchen und Fertigsuppe war wieder angenehm sonnig.

Auf dem Wasser gab es ein paar Paddelpausen, hier ist Tobi währen einer zu sehen.
Man kann gut erkennen, daß die Canadier erst mit dem zweiten Mann ausbalanciert sind, der Bug steht doch sehr hoch.
Zu den Canadiern selber noch ein paar Worte:
Es sind die Linder Boote, welche wir auch in den beiden Jahren zuvor in Schweden als Fortbewegungsmittel hatten.
Sie sind wirklich robust und haben super Ladekapazitäten.
Die Beladung ist problemlos, man kommt auch auf dem Wasser, dank der offenen Struktur, immer gut an die gesuchten Gegenstände heran.
Das wird wohl anders werden, wenn wir im nächsten Jahr mit Kajaks unterwegs sind...
Sieht doch ganz harmonisch aus!
EinHaus am See
Gegen Abend hatten wir uns eine Insel gegenüber von Malaxander zum Übernachten ausgesucht.

Unser Zelt stand in der Mitte der Insel, Feuer und unser Abendbrot gab´s am Wasser.
Auch ein kleines Bötchen ließen wir auf unserem Privatsee schippern...
Tobi mit Dosenfisch...

...und beim Abendessen

Bensch hat auch Spaß

Das wir Feuer gemacht haben ist klar

Dienstag 8. September
Morgens ging es rüber nach Malaxander um den Müllsack zu entsorgen.
In Schweden gilt ja das "Jedermannsrecht" und wir versuchen immer keine Spuren in der Wildnis zu hinterlassen.
Abgesehen von den Feuerstellen dürfte uns das auch gelungen sein.

Die Gelegenheit haben wir dann auch zur Mittagspause genutzt.


Wir sind nicht ganz sicher ob dies ein Volkeboot ist...
Unser Onkel hatte/ hat ein rotes Exemplar.
Mit diesem Bootstyp haben Tobi und ich als kleine Jungs ein paar stürmische Stunden auf der Ostsee verbracht.

Noch einmal die Lage checken und dann geht es an die große Überfahrt.
Es war ziemlich windig - klar ,dass der Wind kein Rückenwind war, oder?
Mit den Canadiern wird es bei etwas Seegang zunehmend schwieriger zu fahren.
Die Erfahrung haben wir in den beiden Schwedenurlauben zuvor schon machen können.
Diesmal hat es uns nicht erschrecken können, mit viel Kraft kamen wir ganz anständig voran.
Wie üblich können die Bilder den Seegang nicht richtig wiedergeben.
Zu Anfang unserer Paddeltouren waren die Wellen echte Schocker, mittlerweile sind sie anstrengende Abwechslung und fast Routine.
Als wir am anderen Ufer ankamen hatten wir ne Menge Wasser getankt und waren ordentlich nass!
Wir haben auf ein paar steile Klippen zugehalten und diese erkundet.
Hier bin ich auf der Klippe zu sehen.

Von oben hatten wir diesen Blick auf unsere Fortbewegungsmittel.

Auf dem Weg haben wir noch einen großen Ameisenhügel bewundert und die Aussicht genossen.
Schlafen war auf der Insel aber nicht möglich. Wir sind weitergefahren und haben sogar einen Sandstrand gefunden!
Der letzte verbliebene Raucher

Dreas und ich sind abends noch mal zu Angeln rausgefahren, natürlich ohne Erfolg.

Tja, Lagerfeuer und ab ins Zelt!

Es stand eine Nacht unter freiem Himmel bevor!
Der Sand am Wasser war allerdings sehr abschüssig. Wir haben die Schlafstellen etwas durch schieben des Sandes zu glätten versucht und mit Steinen an den Füßen gesichert, um nicht im Wasser zu landen...
War trotz der Schräglage eine schöne Nacht unter freiem schwedischen Himmel.
Mittwoch 9. September
Das war der besagte, abschüssige Schlafplatz.
Ein Vorteil des abendlichen Feuers ist morgens der warme Toast
Dreas und Bensch am nächsten Morgen
Es gab auf dem See eine schöne Engstelle.
Wir haben dort, im ruhigen Wasser, Mittag gegessen und Kräfte gesammelt bevor wir wieder gegen den Wind weiter gefahren sind.
Auf dem Wasser die gewohnten Aussichten.

Schöne, felsige Küstenlinie
Ein paar über das Wasser kragende Felsen waren interessant!
Abends haben wir auf der Insel "Trollön" übernachtet, fantastischer Name, oder?!
Scheint schon etwas später gewesen zu sein...
und die andere Seite
Donnerstag 10. September
Am Morgen bin ich früh aufgewacht und da ich vom Angeln geträumt hatte habe ich mich sofort ins Boot geschwungen und die Angel ins Wasser gehalten.
Es war ein fantastischer Start in den Tag, nur der Fisch fehlte weiterhin.
An unserem letzten ganzen Tag haben wir nicht mehr viel gepaddelt.
Schon am frühen Nachmittag haben wir uns einen schöne Stelle gesucht und das Wetter genossen.
Erstmal schön rumgammeln, aussteigen ist ja auch anstrengend!
So sah die Stelle vom Wasser aus.
Die schwedischen Seen die wir bisher kennen sind übrigens affenkalt!
Ich kann mich noch an unsere ersten Badeversuche im Bolmen erinnern.
Wir hatten uns wohl drei Tage nicht gewaschen und wollten also ins Wasser...Schnapsidee!
Es so kalt, daß wir uns die Seife fast nicht vom Körper waschen konnten.
Erstens war uns zu kalt, klar oder?
Aber zweitens war die Seife so zäh bei den Temperaturen, daß der dünne Film sich partout nicht abwaschen lassen wollte.
An diesem Tag aber hatten wir Sonne und einen flach abfallenden Felsen der uns vorsichtig ins Wasser einsteigen ließ.
Zumindest ich konnte meinen Stolz das Wasser bezwungen zu haben nicht zurückhalten.
Ein paar Bilder vom Angeln

Dreas beim Angel auswerfen

Und dann haben Tobi und Bensch versucht Dreas zu verarschen.
Sie haben ne Zitrone (die wir extra für den frisch geangelten Fisch vergeblich mitgeschleppt hatten) an den Haken gebunden ohne, dass Dre es gemerkt hatte.
Tja, beim Einholen dann der kurze Hoffnungsschimmer: "Es ist was am Haken!"
Nö, nö, wie immer Fehlalarm!

Nach dem Baden konnte man sich auf den warmen Felsen wieder aufwärmen, perfekt!
Was dann so ausgesehen hat.
Das war auch unser Platz für den gesamten Abend.
Unser Schlafplatz lag allerdings ein wenig höher und war nur mit etwas Kraxelei zu erreichen.
Auch diese Nacht wollten wir unter freiem Himmel verbringen.
Gras und Moos unter den Isomatten waren sehr einladend.
Von links nach rechts:
Dreas, Tobi, Jonas und Beschs Schlafstätte.

Wir habend dann unseren letzten Abend in der Wildnis und die letzten Sonnenstrahlen des Tages genossen.

Und siehe da, Tobi hat sich die Angel geschnappt!

Der Sonnenuntergang war gewohnt prächtig!

Tobi und ich sind die Küstenlinie entlang spaziert und haben uns Gedanken um den weiteren Verlauf des Urlaubs gemacht.
Unser gemeinsamer Paddelurlaub ging ja, wie erwähnt, dem Ende entgegen, die Motorradtour um die Ostsee aber lag noch vor uns Beiden.

Chillen am Feuer.
v
Freitag 11.September
Der Tagesanfang hielt für Dreas eine kleine Überraschung bereit.
Er hatte ohne Brille irgendwelche Umrisse gesehen die er nicht zuordnen konnte. Die Geräusche und die Benutzung der Brille entlarvten sie als eine Herde junger Bullen!
Wir hatten wohl auf ihrer Wiese genächtigt. Aber die Schweden sind ja gute Gastgeber und somit ist nichts passiert.
Das letzte Mal Boote beladen und dann melancholisch in See stechen.

Der Weg zum Bootsverleih und somit zum Campingplatz war nicht besonders weit.
Bei ruhigem Wasser wars ein leichtes.
Es erwartete uns eine klassische schwedische Stuga die wir im Voraus am Platze angemietet hatten.
Wir entschieden uns die verbliebenen Kronen für ein gutes Essen in Peters Restaurant auszugeben.
Freundliche und hübsche Bedienung plus ein super Panorama und nen dicken Burger mit Fritten und Salat waren traumhaft und rundeten den Urlaub ab.

Wir unterhielten uns noch mit Peter dem Besitzer und erfuhren, daß wir fast die letzten Gäste für diese Saison waren.
Sie würden am Sonntag schließen und erst im Frühjahr wieder öffnen.
Das erklärte auch die Ruhe, in der Hochsaison muß der Laden aus den Nähten platzen!
Aus einem kleinen Verdauungsspaziergang wurde eine ziemlich große Runde durch die Natur.
Vorbei an alten Lastenkähnen die auf dem See früher eingesetzt wurden und durch den dichten Wald.
Das sind wir die Fortbewegungsfreunde.
Jonas, Bensch, Dreas und Tobi.
Das Licht in den Hütten und die Stimmung des Abends vor der Abreise ist so besonders wie die ersten Minuten auf dem Wasser, nur nicht so schön.
Die Vorfreude auf das nächste Jahr beginnt aber in genau diesem Augenblick in der Hütte!
Am Morgen der Abreise
Einige Anmerkungen für uns selbst und ein paar Informationen zur Reise
| SA | SO | MO | DI | MI | DO | FR |
| Tortellini | Farfalle | Spaghetti Carbonara | Farfalle | Ravioli Bratnudeln | Bockwürstchen | Burger im Restaurant |
Die Einkaufsliste:
5x Dosenwürstchen
5x Toast
3x Salami
1x Nutella groß
3x Milch 1Liter
2x Müsli
4x Farfalle Käse Kräuter
2x Ravioli
2x Spaghetti Bolognese
5x Tütensuppe Rind/ Huhn
4x Dosenfisch Ölsardinen
6x Cornypackung
1x Senf
2x Tortellini
4x Zitrone
1x Butter
18x Wasser 1,5 Liter
1x Uzo12
3x Trinkpäckchen
5x Gaskartuschen
1x Gouda
8x Batterien AA
1x Gewürzketchup
1x Cappucinopulver
1x TUC Kekse
4x Haribo
1xTempos
1x Grillpfannen
1x Autan Mückenschutz
1x Spiritus
2x Schokolade
1x Schoko und Keks
1x Prinzenrolle
Fürs nächste Mal mitnehmen:
- Paddelschuhe (keine nassen Füße, kein Schuhwechsel, kompakt, leicht)
- kleines Beil
- Funktionsunterwäsche
- geschlossene Vorratskisten (diesmal hatten wir Edeka Kisten dabei die aber ziemlich schwer und oben offen waren)
Bericht von Jonas