al auf nem Parkplatz orientieren:
Skeptische Blicke und zaghafte Eintragungen im Reisetagebuch:

Tach!
Kurzer Zwischenbericht aus Helsinki...
Bisher alles gut gelaufen, mal etwas gefroren, mal etwas nass geworden und Ruecken und Arsch sind auch nicht mehr wie vorher...
Das Schaffell auf der Sitzbank ist jedoch wirklich zu empfehlen.
Gute 2000km liegen hinter uns, die KLR hat sich ca. 900ml Öl (4l Sprit pro 100km) gegönnt und Pannen
sind bisher ausgeblieben. Nur nach der Woche paddeln musste ich sie anschieben...
Mal sehen wie es im Baltikum wird. Campen wird jetzt schon zum Problem, denn gestern hat die Saison aufgehört und die Plätze haben geschlossen. Heute gibt´s ne Nacht im Schlafsaal im Youthostel im Stadion von Helsinki. Abwarten, ob sich die anderen zu benehmen wissen!
Also bis denn, und drueckt uns die Daumen fuer eine pannen- und regenfreie Zeit.
Tobias
(Fotos kann man hier nicht hochladen)
Alles reinschmeissen und schnell noch Dre abholen und sich wundern wie seine Sachen auch noch reinpassen sollen. Das dicke grüne rechts ist übrigens die Isomatte der Prinzessin auf der Erbse.
Übertrieben voluminös und deshalb seitdem aus dem Gepäck verbannt und ersetzt durch: link
Alle(s) in die Boote!
Los ging es bei Lingen am Hanekenfähr. Als Ziel stand mal wieder Meppen fest, die Fahrt aus Dortmund dauert knapp 2 Stunden und ist somit nicht der Rede wert.
Im Hintergrund sieht man das Wehr.
Das Beladen der gemieteten Boote gestaltet sich angesichts des flach abfallenden kleinen Strandstückes als problemlos!
Das Wetter war super bis wir 5 Minuten auf dem Wasser waren. Ich erinner mich genau, dass es direkt anfing zu regnen... Kein Problem Müllsack übergezogen und weiter ging´s! Zum Glück war es nur
ein Schauer...
Nen Sonnenbrand hatte Jonas offensichtlich noch nicht!
Unseren erster Schlafplatz teilten wir mit einigen Kühen! Der Ausstieg war äusserst schlammig und somit genau das richtige für Dre... Leider sind die tierischen Mitbewohner nicht mit auf dem
Bildern. Etwas ungewöhnlich war von Ihnen geweckt zu werden... Offensichtlich waren die Biester zu faul ans Wasser zu gehen und leckten den Tau von den Zeltwänden. Das Geräusch war etwas schwer
einzuordnen!
Scheint als wären wir schwimmen gewesen.
Guten Morgen Herr Bensch!
UUUUaäääääääääääääh
Kalt wars am frühen Morgen!
Ein Blick ins aufgeräumte Zelt nach dem Frühstück. Es gab wie immer für Dre Müsli, für Jonas und Bensch Toast mit Ketchup und Senf - darauf Salami und für mich das Essen der Nationalmannschaft -
Nutella auf Toast ;)
Wieder auf dem Wass war es vor einem nicht überfahrbaren kleinen Wehr Zeit für eine Pause! Damals haben alle ausser Dre scheinbar noch geraucht...
Graue und weisse Wasserelefanten:
Zwei Mann in einem Boot:
Die heimische Tierwelt wusste zu beeindrucken, Muuuh!
Und schliesslich das Wehr(chen)...
Wenig beeindruckend in der Retrospektive - ich geb´s zu! Immerhin war es ne ordentliche Plackerei die vollbeladenen Boote von der Ausstiegsstelle bis zur Einstiegsstelle über Land zu
schieben.
Wer braucht Assauer und seine Frau, wenn man auch so Werbung für Schalker Bier machen kann?
Pass auf sonst Fälltinswasser, hömma!
Bring forward di next one!
Nächstes Wehr, aber schieben war nicht... es ging lockere 500m über Asphalt und nochmal ein paar Meter auf und ab zur Ems. Dagegen war das erste Wehr echt Kindergeburtstag, ich glaub da haben
Jonas und ich uns gegenseitig auf den Mond gewünscht! Wir mussten die Boote ausräumen, einzeln zu viert rüberschleppen und dann alle Brocken nachholen... Jeder musste also mindestens 3 mal hin
und her laufen!
Da kam Stimmung auf wenn einem der Bruder mit nem Kopfkissen und ner Dose Bier entgegenschlendert...
Trag doch ma was schweres du Ar****!
Echt ey!
Verdiente Pause!
Und weiter geht´s gen Bokeloh (wenn mich nicht alles täuscht)
Angekommen!
Die Stelle ist wirklich idyllisch, aber leider nicht ganz so verlassen wie die anderen.
Schön steil....
Und wie es sich gehört haben wir Naturburschen uns den obligatorischen Sonnenbrand eingefangen!
Sonne weg!
Sonne wieder da!
Scheinbar haben Jonas und Bensch vor der Tür geschlafen...
Weiter ging es in den Dortmund-Ems Kanal. Die alte Ems mündet in diesen in Meppen.
Die Zivilisation hatte uns fürs erste wieder und schon kamen die Raser und Drängler... pffft!
Schnell runter vom Kanal und ab in einen toten Emsarm! Zelt aufbauen und dann noch ein bischen Faxen machen!
Hmm, auf dem Land isses garnicht so kippelig!
Also auf in den Emsarm und wackeln was das Zeug hält...
Und da isses passiert! Wie sich das gehört in Fleecepulli, T-Shirt und Badehose ins Wasser gefallen!
Grund genug für Jonas zu versuchen sich und Bensch auch zu versenken... mit hysterischen Schreien aus der vorderen Reihe liess sich das dann aber noch abwenden.
Schnell wieder aufs Boot setzen und zurück ans sichere Ufer!
Und alles anziehen was die Tasche noch hergibt...
Igitt!!!!
Wir haben Feuer gemacht!
Wenn ich mich recht entsinne konnte ich am nächsten morgen noch meinen Toast grillen. 1A!
Das war auch leider schon der letzte Abend.
Es galt zu packen, die leeren Dosen in einen Automaten zu verfüttern, das Auto wieder vollzustopfen und für das nächste Jahr Pläne zu schmieden!
Schön wars!
Landung an der Emsbrücke in Meppen und warten auf den Abtransport...
Und die Route auf der Karte... Wie geschrieben Lingen --> Meppen.
Fazit der "Reise":
Fahrerisch nicht herausfordernd da immer flussabwärts, etwas gewöhnungsbedürftig ist der ständige Gegenwind, so dass man doch immer etwas padeln sollte. Schlafplätze lassen sich wie auch an der
Hase recht leicht finden und bieten meist ungestörte Ruhe!
Die Ausüstung waren dem wenig ambitionierten Zweck entsprechend simpel aber bis auf die Regenfestigkeit ausreichend.
Für ein entspanntes Wochenende ist die Tour auf jeden Fall geeignet, wer sich ein bischen ins Zeug legt schafft die Strecke in 2 Tagen (dann aber viel paddeln!)...
von Tobias
Nach der Tour des vorhergegangenen Jahres stand fest, dass wir eine etwas kürzere Strecke fahren wollten, andere Bootstypen brauchten um die Sachen venünftig verstauen zu können und, dass Chrissi nicht mehr mit von der Partie sein würde.
Los ging es wie immer damit Dre abzuholen.
Angekommen an der Einstiegsstelle galt es die Brocken in den zwei Booten zu verstauen. Auf dem Foto kann nicht alles zu sehen sein. Es war MEHR!
Die erste Pause bescherte uns Sonnenschein - und Jonas ein Schokobrötchen als Frühstück.
Angekommen an der ersten Übernachtungsstelle feierten wir Jonas und meinen Geburtstag, es müsste der 22te gewesen sein. Ausgleich mit Dre! Nur Bensch liegt seit jeher in Führung.
Bemerkenswert war der nächste Schlafplatz. Eine Kiesgrube bei Dörgen! Das Wasser hatte einen karibischen Farbtouch und ähnliche Temparaturen! Hätte Bensch nicht die Pose hoffnungslos versaut, wäre das ein gutes Foto geworden.
Jonas mit grimmigem Blick:
Dre mit WInd im Haar und im Hintergrund die menschgewordene Faulheit! Es hat Vorteile flußabwärts zu paddeln...
Die Hase haben wir an dem Tag hinter uns gebracht. Da lag es nahe die alte Ems wieder stromaufwärts zu paddeln. Bei typisch emsländischem Gegenwind war das eine arge Schufterei aber für den sehr schönen Schlafplatz bei Bokeloh haben wir uns gern gequält.
Ungewohnterweise mussten wir den Platz bis tief in die Nacht mit anderen teilen. Kein Problem.
Und das schien damals irgenwie witzig zu sein... Hmmmm
Auf der Rückreise gab es dann nen ordentlichen Stau und die kurz verlassene Zivilisation hatte uns wieder.
von Tobias
Hier berichte ich von unserer ersten Paddeltour die wir zusammen unternommen haben.
Dieser Blog ist genau wie dieser Artikel im November 2008 entstanden, also sind die Reiseeindrücke schon leicht angstaubt ohne etwas von
ihrem Ruhm verloren zu haben.
Das Ziel war die Hase, ein kleiner Fluß im wunderschönen Emsland mit dem Ursprung im Teutoburger Wald bei Osnabrück und der Mündung in Meppen.
Wir sind damals vier Tage unterwegs gewesen und haben dreimal übernachtet.
Start war bei Essen in Oldenburg, geplanter Ausstieg und Ziel in Meppen. Wir haben aber in Haselünne Schluss gemacht, es ist nicht einfach Entfernung und Geschwindigkeit auf dem Wasser vorher zu kalkulieren, vor allem nicht wenn man zum ersten Mal so unterwegs ist.
Wir haben damals ca. 50km zurückgelegt.
Vielleicht ist es interessant zu wissen warum wir überhaupt paddeln wollten...
Tobias und ich kennen das Emsland ziemlich gut da wir dort sehr viel Zeit bei unseren Großeltern verbracht haben.
Verlassene Natur und vor allem Wasser gibt es im Ruhrpott, auch im grünerem Dortmund nicht besonders häufig, im Emsland aber reichlich!
Wir haben als Kinder auf der alten Ems erst im Schlauchboot, dann in einem alten Faltboot (Klepper) schon mit Begeisterung gepaddelt.
Damals noch in wechselnder Begleitung von Cousinen, Cousins und den jeweiligen Onkeln.
Nun war die Idee alle "überlebenswichtigen" Klamotten in ein Auto zu packen und zu fünft für drei Tage völlig autark auf dem Fluss unterwegs zu sein.
Geplant war zu viert in Dortmund zu starten und die Boote bei einem Studienfreund von Tobias auszuleihen.
Als fünfter kam ich einen Tag später aus Weimar dazu, da ich noch im Studium zu tun hatte.
Damals sind wir mit einem BMW 325eta Limousine gefahren- 2.7l Hubraum und etwa doppelt so viel Kofferraumvolumen.
Die Anreise der vier samt Bootsausleih war wohl problemlos, meine späte Anreise, bzw. das finden gestaltete sich durchaus schwierig. Es ist selbst bei einem kleinen Fluß wie der Hase nicht einfach ein Boot zu treffen welches nicht genau sagen kann wo es sich gerade befindet! Aber es hat glücklicherweise geklappt!
Das war das Bild was sich mir damals von der Brücke bot:
Was mich erstaunt hat waren unsere Boote!
Ein im wahrsten Sinne bunter Mix:
- zwei kleine Plasikkajaks, einer blau einer gelb- eigentlich gebaut für Wasserpolo
- ein altes Faltboot in blau
- und eine orangener Zweimannwanderkajak namens "Pogge"
Am Rande bemerkt sechs Sitzplätze für fünf Personen, aber besser so als andersherum!
Aber nur so liess sich all unser Gepäck transportieren...
Hier sieht man das verschlossene Gepäckboot (blau) während einer Rast am Ufer.
Bensch paddelte mit Tobi im Faltboot, Dreas mit Chrissi in der "Pogge" und ich habe die beiden kleinen Boote den Fluss hinunter navigiert.
Ein paar Impressionen:
Von wo nach wo, geschweige denn wieviele Kilometer wir gefahren sind kann ich nicht mehr sagen, jedenfalls haben wir abends eine gute Stelle zum Zelt aufschlagen und übernachten gesucht.
Hier Zelt und Dreas als verachtungs- und bewunderungswürdiger Dosenravioliesser
Man beachte unser Vulcano drei Kammer sechs Personenzelt aus dem Kaufland.
Bei irgeneinem Festival ist es einem Sturm zum Opfer gefallen, oder zumindest dort ruiniert worden- klare Versicherungsangelegenheit!
Die Hase hat nicht gerade tropische Temperaturen was uns nicht schrecken kann.
Tobi ist wie immer erster an Land um seine Shorts dem großen Publikum zu präsentieren.
Es wird Zeit ein Bier zu trinken, man beachte den Westfalenstadionbecher!
Am nächsten morgen geht es bei mäßigem Wetter weiter
Unter den Bäumen am Ufer suchen wir Schutz vor dem immer fieser werdenden Regen
Mit Profiausrüstung ist das ja kein Problem
Um dann schliesslich vollkommen nass und durchgefroren unter einer Brücke bei Herzlake Pause zu machen
Nach einwenig Zivilisation geht es dann aber doch weiter.
Das Wetter bessert sich und wir finden abends einen schönen Platz zum campen, es wird immer klarer ,daß wir unser Ziel Meppen nicht erreichen werden. Unser fünfter Mann ist nicht ganz einverstanden mit dem Verhältnis von Pause zu Paddeln, sieht aber als er wieder trocken ist ganz zufrieden aus!
Tobi hat es ordentlich erwischt- man unterschätzt die Sonnen die den ganzen Tag ungehindert auf die Beine fällt leicht!
Wir haben vorm Zelt etwas Platz unsere Wasserpolokajaks etwas zu testen und unseren Spass!
Dreas
und Jonas
Schnell noch die Schlafsäcke überm Stacheldraht zum trocknen aufhängen
und den Abend im Zelt in vollen Zügen geniessen
Ein Phänomen!
Am Sonntag hieß es dann einen geeigneten Ausstiegspunkt, also möglichst einen kleinen Anleger zu finden um die Boote an Land zu bekommen.
Das ist uns mit der "drögen Polle" bei Haselünne auch gelungen.
Hier der Aufbruch, zwei Mann bewegen vier Boote für die letzten Meter.
Das war unsere erste Paddeltour und der Anfang unserer jährlichen Flucht in die Natur.
Wenn man ein Fazit ziehen will kann man sagen das wir sowohl schlecht ausgerüstet, als auch schlecht informiert waren. Aber es ist wirklich kein Abenteuer den grauen Fluß hinunter zu paddeln, das schafft man auch schlecht vorbereitet.
Eine große Verbesserung bei den folgenden Touren sind die Boote gewesen.
Es sei jedem der mit kompletter Verpflegung mehrere Tage unterwegs ist empfohlen mit einem Kanadier zu fahren.
Diese Boote haben einen großen Bootskörper der dementsprechend viel aufnehmen kann, allerdings ist der Wetterschutz nicht so gut wie bei Kajaks mit Spritzschutz.
Wie immer gibt es Für und Wieder für unterschiedliche Boote, fest steht das Wasserpolokajaks einen beschi*** Geradeauslauf haben!
Spass hat es uns trotzdem viel gemacht und wir haben viel gelernt!
von Jonas